Keller abdichten – eine sinnvolle Investition für den Gebäudeschutz
Hausbesitzer und Bauherren müssen bei ihren Altbauten oder in manchen Fällen auch bei mangelhaft ausgeführten Neubauten aufgrund eindringender Feuchtigkeit ihren Keller abdichten. Ganz gleich, welche Ursache ein feuchter Keller hat – ein Ignorieren kann gravierende Folgen haben. Eine Abdichtung erfolgt am besten von außen. Zuvor ist fachmännischer Rat gefragt, um die Wassereinwirkung sowie die besonderen Gegebenheiten zu bewerten. Mit welchen Verfahren du deinen Keller abdichtest, hängt immer vom individuellen Fall ab. Hauptkriterien sind die uneingeschränkte Herstellung der Nutzbarkeit des Kellers sowie ein langfristiger Gebäudeschutz.
Feuchtigkeit im Keller: Erkennungsmerkmale
Woran erkennt man, dass ein Keller feucht ist? Das Problem von Feuchtigkeit im Keller äußert sich in vielen Details: Kellerboden und -wände fühlen sich feucht oder nass an. Es riecht modrig oder erdig. Materialien wie Holz oder Papier sind klamm, beginnen zu schimmeln. Wände, Decke oder Lagerbestände können von Schimmelpilzen sowie Stockflecken betroffen sein. Auch Ausblühungen durch kristallierende Salze sind Nässe-Anzeiger. Vor allem wenn Wände Risse aufweisen, das Mauerwerk zu bröckeln beginnt oder der Putz abblättert, solltest du deinen Keller abdichten.
Wann sollte man einen Keller auf jeden Fall nachträglich abdichten?
Wer sicher gehen will, ob die Luftfeuchte im Keller noch im Normalbereich liegt, misst diese über einen längeren Zeitraum mit einem Hygrometer oder lässt diese durch einen Fachmann prüfen. Sie sollte 65% möglichst nicht überschreiten, da dies langfristig die Bausubstanz schädigen und Schimmelbildung begünstigen kann. Die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit in einem Keller bewegt sich bei 40-60%. Doch wann sollte man eigentlich einen Keller abdichten? Liegt die Luftfeuchtigkeit dauerhaft über 60%, besteht ein Feuchtigkeitsproblem. In diesem Fall solltest du deinen Keller abdichten! Zunächst sind jedoch die Ursachen zu ermitteln.
10 mögliche Ursachen von Feuchtigkeit:
- falsches Lüften
- Kondensationsfeuchte; von außen eindringende, an den Wänden kondensierende Luft
- undichte Rohrleitungen, Rohrbruch
- defekte oder fehlende Drainagen, undichte Horizontalsperre
- verstopfte Dachabläufe
- undichte Kellerfenster
- Stark- oder -Schlagregen
- hygroskopische Feuchte, d.h. Luftfeuchte bindende Baustoffe
- kapillar aufsteigende Feuchtigkeit
- seitlich ins Mauerwerk eindringende Feuchtigkeit


Warum sollte man einen Keller abdichten
Zu hohe Luftfeuchte ist nicht nur unangenehm, sondern birgt Gefahren. So lassen sich feuchte Keller nicht oder nur eingeschränkt nutzen, da Lagerbestände die Feuchte aufnehmen, gammeln oder Stockflecken bekommen. Elektrische Anlagen, Geräte oder Leitungen können rosten und Kurzschlüsse mit Brandfolge auslösen. Ist Elektrotechnik betroffen, sollten Sie diese möglichst umlagern und den Keller abdichten. Auch können gelagerte Lebensmittel ungenießbar und Gebrauchsgegenstände funktionsuntüchtig werden. Eine häufige Folge von Feuchte sind Schimmelpilze, die Allergien auslösen und die Gesundheit gefährden. Leidest du unter einer Schimmelpilzallergie, solltest du unbedingt deinen Keller abdichten. Außerdem kann die gesamte Bausubstanz bei Nichteingreifen massiv geschädigt werden – bis hin zu schwerer Beeinträchtigung der Statik. Mit eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten und Bauschäden geht eine deutliche Wertminderung der Immobilie einher – bis zu 15% oder sogar Unverkäuflichkeit.
Keller abdichten: Warum es sich lohnt
Wenn Sie Ihren Keller abdichten, verhindert dies, dass Feuchtigkeit in das Gebäude über erdberührte Bereiche eindringt. Der Keller gilt meist als die Basis eines Gebäudes und beeinflusst wesentlich die Bausubstanz – deshalb kommt einer Kellerabdichtung ein hoher Stellenwert zu. Diese dient dazu, die Grundmauern sowie alle Stockwerke vor eindringender Feuchtigkeit zu schützen – eine grundlegende Maßnahme im Gebäudeschutz. Wenn Hauseigentümer Keller abdichten, lohnt sich das unterm Strich fast immer. Denn: Wertverlust der Immobile, Nichtnutzung der Kellerräume sowie Nachbeschaffungen funktionsuntüchtiger Dinge verursachen enorme Kosten. Wie lässt sich ein Keller erfolgreich abdichten? Zunächst sollte die Luftfeuchtigkeit langfristig gemessen und die Ursache der Feuchtigkeit analysiert werden. Dabei spielt eine Rolle, ob es sich um die Kellerabdichtung eines Neu- oder eines Altbaus handelt.
Wie ein Keller grundsätzlich abgedichtet werden sollte:
- Abdichtung der Kellerwand von außen
- Horizontalabdichtung unter den Wänden gegen aufsteigende Feuchte
- Abdichtung der Bodenplatte gegen aufsteigende Feuchte
Die Königsdisziplin: Keller abdichten von außen
Die Königsdisziplin: Keller abdichten von außen
- hoch wirksamer Gebäudeschutz vor Feuchtigkeit
- keine Beeinträchtigung durch Handwerkerarbeiten im Haus
- uneingeschränkte Nutzung der Kellerräume
- Wertsteigerung der Immobilie
Experten Tipp:
Nach Bewertung der individuellen Gegebenheiten der Kellerfeuchte kann mit den Arbeiten begonnen werden. Beim klassischen Kellerabdichten wird das Erdreich von außen durch einen Bagger ausgehoben. Die Aushebung dient dazu, einen ausreichend großen Arbeitsraum für die Abdichtungsmaßnahmen bereitzustellen. Der Untergrund der Außenwand muss sauber und geebnet sein. In Einzelfällen kann es erforderlich sein, die Grube auszusteifen, damit der Boden nicht in die Baugrube rutscht. Hausbesitzer, die selbst den Keller abdichten möchten, wählen für die Außenwände häufig Bitumen. Dafür wird zuerst überstehender Putz entfernt und nach Durchtrocknung des Mauerwerks erneut verputzt. Manchmal empfiehlt es sich, Außenwand und Bodenplatte abzudichten – jedoch separat. Wer nachträglich seinen Keller abdichten möchte, verwendet Baustoffe lt. DIN 18533 (Bauwerksabdichtung). Dies sind u. a. Bitumen-Dickbeschichtungen, bahnenförmige Abdichtungen und mineralische Produkte, wie z. B. rissüberbrückende Dichtungsschlämme. Bekannte Abdichtungsbauweisen gegen Feuchtigkeit sind u. a. die Schwarze Wanne oder die Abdichtung mit Dichtschlämme (bitumenfreie Abdichtungen).
Kellerwand abdichten – Verfahren von außen:
- Schwarze Wanne: Abdichtung aus kunststoffmodifizierter Bitumen-Dickbeschichtung (PMBC) zum Aufspachteln oder Abdichtung aus Bitumenbahnen
- Abdichtung mit Reaktivabdichtungen (Dichtschlämme): bitumenfreie, schnell trocknende Abdichtung zum Aufspachteln oder Streichen
Profis, die von außen mittels Reaktivabdichtungen Keller abdichten, genießen viele Vorteile, insbesondere im Vergleich zu gängigen Bitumen-Produkten. So lässt sich beispielsweise eine Reaktivabdichtung besonders einfach ausführen. Dank der exzellenten Verarbeitungseigenschaften von Reaktivabdichtungen kann man in kürzester Zeit Keller abdichten – auch bei großflächigen Kelleraußenwänden. Werden Reaktivabdichtungen gespritzt, sind diese besonders wirtschaftlich und effizient. So lassen sich mit eingerichteter Maschinentechnik bei bestimmten Produkten Flächenleistungen von bis zu 60 m²/h erzielen!
Der Klassiker unter den Abdichtungsverfahren: die Bitumenabdichtung
Bitumen fällt in seiner Rohform als Nebenprodukt bei der Erzeugung von Treibstoffen aus Erdöl an. Es ist in Wasser praktisch unlöslich und wird eingesetzt, um Bauteile vor Wasser zu schützen. Bitumendickbeschichtungen sind der Klassiker, mit dem du von außen Keller abdichtest und vor eindringender Feuchtigkeit schützt. Nach der mechanischen Reinigung des Mauerwerks, Ausbesserungen der Fugen sowie einem Voranstrich wird die Bitumendickbeschichtung von außen auf die Außenwände aufgetragen. Diese Methode ist meist der preisgünstigste Weg, wenn du einen Keller abdichtest.
Ein häufig verwendetes Abdichtungsprodukt ist die kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung (PMBC) nach DIN EN 15814 – eine pastöse, spachtel- und spritzfähige Masse aus in Wasser gelöstem Bitumen, das mit Polystyrol oder Fasern versetzt ist.
Das Non plus ultra: mit Reaktivabdichtung den Keller abdichten
Seit einiger Zeit hält der Markt auch Hybridprodukte bereit, die im erdberührten Bereich den Keller abdichten. Diese kombinieren die Vorteile von kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen (PMBC) mit den Vorteilen der rissüberbrückenden mineralischen Dichtungsschlämme (MDS). Durch so erweiterte Eigenschaften ergeben sich vorteilhafte Produktfeatures. Im Vergleich zu den in DIN 18533 geregelten Abdichtungsstoffen zeichnen sich Reaktivabdichtungen durch multifunktionale Verwendungsbereiche aus. Viele der hybriden Produkte, mit denen du deinen Keller abdichten kannst, zeigen deutlich bessere Ergebnisse als herkömmliche Lösungen. Denn: Im täglichen Baugeschehen ist Zeit kostbar. Um die Baufertigstellung nicht unnötig hinauszuzögern, verlangt die Branche Produkte, die lange Stand- oder Wartezeiten verhindern.
Innovative Reaktivabdichtungen: einfach, effizient und zeitsparend Keller abdichten

Daneben bietet der Markt zuverlässige, zweikomponentige Reaktivabdichtungen. Auch mit diesen lassen sich erfolgreich Keller abdichten, insbesondere erdberührte Bauteile im Neubau oder bei Altbau-Sanierungen. Manche dieser Produkte haben den Vorteil, dass sie selbst bei schwierigen Wetterlagen schon nach 24 Stunden mechanisch belastet werden können. Dies erlaubt zügiges Bauen. Praktisch: dank optischer Durchtrocknungskontrolle lässt sich leicht feststellen, ob die abgedichtete Fläche durchgetrocknet ist. Zweikomponentige Reaktivabdichtungen bieten ausgezeichnete Eigenschaften beim Verarbeiten – beim maschinellen Auftragen, beim Streichen oder Spachteln. So kannst du in kürzester Zeit deinen Keller abdichten.
Kellerboden abdichten – eine oft notwendige, meist sinnvolle Investition
Möglichkeiten zum Abdichten der Bodenplatte:
- Abdichtung aus Bitumen-Dickbeschichtung (PMBC)
- Abdichtung aus mineralischer Dichtungsschlämme (MDS)
- Abdichtungen aus Bitumen- oder KSK-Bahnen (Dichtungsbahnen mit Selbstklebeschicht)
Du möchtest deinen Keller gerne selbst abdichten? Oft ist eine professionell ausgeführte Bodenplatten-Abdichtung der beste Weg, weil nachträgliches Trockenlegen feuchter Wände häufig mit sehr hohen Kosten verbunden ist. Eine gute Option, wie du deinen Keller abdichtest, sind neuartige, effiziente Reaktivabdichtungen, die sich auch für Bodenplatten verwenden lassen.
Was kostet es, wenn du einen Keller abdichtest? Eine grobe Richtschnur.
Keller abdichten: mit diesen Kosten musst du ungefähr rechnen:
- KMB-Kellerabdichtung außen, inkl. Erdarbeiten ca. 450,00 €/lfm
- Ramm-Riffelblechverfahren ca. 300,00 €/lfm
- Flächeninjektion ca. 300,00 €/m²
- Mauersägeverfahren ca. 350,00 €/m




